Nachgefragt

3 Fragen an… Dr. Georg Kolb

Dr. Georg Kolb über die gewachsene Bedeutung von Social Intranet im Jahr 2014, erwartbare Trends 2015, Relevanz von Informationen und Usability.

Herr Dr. Kolb, rückblickend auf das Jahr 2014: Welche entscheidenden Entwicklungen sehen Sie beim Thema Social Intranet?

Vielleicht kann man 2014 rückblickend als das Jahr betrachten, in dem das Thema „Social Intranet“ auf der Agenda der deutschen Intranet-Manager in der Breite angekommen ist. Allerdings hat das für verschiedene Unternehmen Verschiedenes bedeutet. Für große, beim Thema „Intranet“ fortgeschrittene Unternehmen wie die Deutsche Telekom hieß das, alle internen Plattformen in einem Intranet zusammenzuführen, zu dessen Standardelementen soziale Funktionen gehören. Für die meisten Unternehmen mittlerer Größe war es eher so, dass Intranet-Verantwortliche sich ernsthaft damit beschäftigen mussten, was die „soziale (Intranet-) Frage“ für sie bedeuten könnte.

Was sind die Trends, die uns 2015 erwarten?

2015 wird m.E. das Bewusstsein dafür wachsen, dass das soziale Intranet – anders als das klassische Intranet – nicht nur eine Informationsplattform ist, sondern eine Drehscheibe für Austausch und Zusammenarbeit. Das wichtigste Stichwort ist hier „Arbeit“. Bei der Planung und Einführung sozialer Intranetfunktionen wird zwangsläufig die Frage auftauchen, was die Neuerungen dem Unternehmen wie dem einzelnen Mitarbeiter für seine Arbeit bringen. Und hier sind die Erwartungen hoch.  Am Ende geht es immer um Produktivitätssteigerungen. Daher erwarte ich mittel- bis langfristig, dass das Thema „Social Intranet“ im größeren Zusammenhang des digitalen Arbeitsplatzes aufgeht. In diesem Zusammenhang werden besonders arbeitsrelevante Funktionen wie Intranet-Suche und mobile Nutzung an Bedeutung gewinnen. In fortgeschrittenen Intranet-Umgebungen werden diese Aspekte schon 2015 auf der Agenda stehen.

Die Relevanz der Informationen entscheidet über die Nutzung des Intranets. Welche Informationen erwarten die Nutzer und wie führt man Informationen effektiv zusammen?

Diese Frage ist gut, denn sie rückt ein Thema in den Vordergrund, das wachsende Aufmerksamkeit verdient, nämlich Usability. Was Nutzer als relevante Informationen betrachten und wo sie diese erwarten, hängt von ihren Anwendungsfällen und Intranet-Umgebungen ab. Allgemein würde ich allerdings sagen, dass Relevanz für den Nutzer zukünftig viel umfassender betrachtet werden muss, als das heute zumeist der Fall ist: zur Frage der technischen Bedienbarkeit müssen der ökonomische Nutzen, die Kultur der Zusammenarbeit und die kommunikativen Vorraussetzungen als Dimensionen der Nutzbarkeit hinzukommen. Diese Perspektiven sollten auch in das Design von Usability-Tests einfließen. Dazu wird es nötig sein, interdisziplinäre Arbeitsgruppen zu Usability aufzusetzen, um sicherzustellen, dass tatsächlich alle Perspektiven einfließen.

 

kolbDr. Georg Kolb ist Managing Director bei Klenk & Hoursch. Zuvor hatte er eine Reihe von Führungspositionen im Agentur- und Unternehmensumfeld inne. Unter anderem leitete er Vertrieb und Marketing des Social Software-Unternehmens direktzu, bei Pleon Deutschland war er Social Media-Direktor und Key Accounter. Von 2004 bis 2008 war er globaler Innovationschef bei der Hitech-PR-Agentur Text 100 in New York, davor Managing Consultant für Text 100 Deutschland.
Er twittert unter http://twitter.com/GeorgKolb und schreibt ein Blog zur Unternehmenskommunikation: http://ccc.georgkolb.com.

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